Folge 62: User Experience: Das Erlebnis im Innovationsprozess

Shownotes

Warum wird UX-Research oft zu spät gedacht? Unser Gast Thilo Trump von phaydon zeigt, warum UX mehr ist als Usability-Testing und wie echte User Insights Innovationen von Anfang an besser machen.

Zum Video geht es hier: https://dialego.de/user-experience/

Und bei Fragen meldet euch gerne hier: findinganswers@dialego.de

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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen heute zu unserem Finding Answers Talk.

00:00:14: Ich bin Anna von Dialego, und wir machen Kundenzentrierungen einfach – wobei ich heute vielleicht eher sagen sollte, wir machen Nutzerzentrierung einfachs denn es geht heute um User Experience das Erlebnis im Innovationsprozess.

00:00:34: Und wir machen das heute nicht allein aus Dialego-Perspektive, sondern ich habe einen Gast dabei.

00:00:40: Tilo Trump von Feidon.

00:00:42: Er führt schon so lange ich ihn kenne – UX-Test durch bei Feidón und betreut alles rund um den Bereich User Experience.

00:00:52: Ich freue mich sehr, dass du heute da bist, Tilo!

00:00:54: Ja hallo Anna, danke für die Einladung.

00:00:57: Ja hab' ich gerade auch gedacht also solange ich Marktforschung mache, mach' ich schon UX eigentlich.

00:01:02: knapp zwanzig Jahre sind es jetzt.

00:01:04: Ah, genau das!

00:01:05: Es musste ich irgendwas begeistern an dem Thema oder?

00:01:09: Ja schon also... Ach als ich jetzt so im Vorfeld darüber nachgedacht habe, hab' ich natürlich parallel auch Fußball geguckt ne?

00:01:17: Klar.

00:01:18: Wenn man nicht schläft.

00:01:20: Und da ist mir der deutsche Philosoph Senperberger in Sinn gekommen, der gesagt hat die Leute gehen zum Fußball weil sie nicht wissen wie's ausgeht.

00:01:29: Und ich finde, das ist auch bei Marktwarschung grundsätzlich aber insbesondere bei UX so.

00:01:35: Man meint vorher eine Idee zu haben, zu wissen irgendwie wie es geht und dann ist man doch immer wieder verblüfft oder vielleicht beeindruckt von den echten Testpersonen die man sieht scheitern oder gut durchkommen und dieses Erleben zu erzeugen.

00:01:58: Und daraus zu lernen, das ist glaube ich was mich fasziniert und es macht irgendwie auch Spaß.

00:02:03: Hinterher ist man schlauer als vorher und das merkt man bei UX besonders stark.

00:02:07: Warum merkt Man das bei UX so sehr?

00:02:10: Ach!

00:02:10: Ich glaube dass liegt daran... Man kann es ja schnell sehr agil machen macht es oft auch in enger Zusammenarbeit mit den Kunden, sodass die Kunden das oft unmittelbar mitbekommen.

00:02:24: Das ist ja was, was wir uns eigentlich immer bei Fokusgruppen wünschen und da auch gemacht wird.

00:02:31: aber gerade wenn man so eine Reihe von UX-Interview hat und die man dann an einem Feldtag gemeinsam betreut und sich darüber austauscht, dann ist das sehr eng.

00:02:44: Bei anderen Marktforschungsstudien ist es vielleicht etwas abstrakter, etwas größer.

00:02:48: Da sind es schwergängige Teile die man bewegt und bei UX ist das sozusagen agil klein und man kann sehr gut aus vielen Einzelheiten aber auch aus dem großen ganzen Bild was lernen wo mit man dann schnell weiterarbeiten kann.

00:03:03: Ich habe auch... Wir haben ja früher zusammen mal UX-Froschungen gemacht.

00:03:07: insofern wenn ich an UX-Testsenke hab' ich auch immer das Gefühl dass alle Erstens total motiviert und konstruktiv sind.

00:03:16: Das ist irgendwie nie, dass man jemanden verletzen würde oder so wenn man eine Schwäche findet sondern jeder ist konstruktif dabei und sucht gerne gemeinsam nach Lösungen.

00:03:28: und dieses ja es ist ein gemeinsamer Prozess den man dort viel mehr miteinander geht als wenn man an klassische Marktforschung geht.

00:03:36: da ist das auch oft mal so bestellen unsere Ergebnisse vor Und dann heißt es gut, das besprechen wir gleich noch weiter mit der Agentur.

00:03:44: Dann ist man wieder raus und ich finde oft beim Thema UX hat man direkt mit den Agenturen auch Kontakt oder mit den Machern halt.

00:03:50: Das find' ich auch ganz cool

00:03:53: an der Art zu forschen.

00:03:53: Total!

00:03:54: Total, da bist du in so ein schönes Dreieck wo man als Forscher mit dem Auftraggeber und aber den Machern zusammenarbeiten kann.

00:04:04: Man kann halt auch relativ handfeste und konkrete Empfehlungen abgeben.

00:04:10: In anderen Bereichen ist es so, dass man der Sache geschuldet eher abstraktere Empfehlungen gibt die dann noch mal übersetzt werden müssen in verschiedene Bereiche.

00:04:22: Hier kann man relativ konzentriert und fokussiert an einer Sache arbeiten.

00:04:28: das würde ich sagen is sehr gut.

00:04:30: und auf der einen Seite gibts was mich dabei auch immer frustriert oder nicht immer aber oft dass das UX-Forschung oft zu spät ins Spiel kommt.

00:04:42: Dass also man auf Auftrag Geberseite, ich denke nachvollziehbarerweise geneigt ist, zu denken ja können wir irgendwie später machen?

00:04:54: Wir können es ja ungefähr vorstellen wie das alles funktioniert mit unserem Interface unsere Website unserer App oder worum es auch immer geht.

00:05:02: und so wenn wir am Ende dann den Prototypen haben dann testen wir den mal.

00:05:06: Und da ist natürlich das Problem schlicht und ergreifend, dass viele Entscheidungen schon getroffen sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können wenn die Grundlegende Natur sind auf konzeptionärer Ebene, das natürlich schöner ist, wenn UX in so einen gesamten Prozess eingebunden ist und man das ein Stück größer denkt als einfach nur Das User-Interview mit lautem Denken, auch wenn das für uns immer noch sehr im Zentrum der UX Forschung

00:05:35: ist.

00:05:36: Wir predigen das ja auch eigentlich immer beim Thema Innovationsforschung überhaupt früh den Nutzer oder jetzt den Kunden mit einzubeziehen.

00:05:44: und weil wir auch merken oftmals kommen wir beim Thema Konzepttest oder sowas mit auf dem Plan oder vielleicht noch vorher mal zu gucken welche Idee soll es sein?

00:05:53: aber dass man schon ganz früh die einbezieht und die ersten Ideen entwickelt oder abchecken lässt.

00:06:00: Ja, da reden wir uns auch manchmal den Mund frusselig oder wollen dafür auch mehr tun.

00:06:04: Und insofern kann ich es voll nachvollziehen wenn du sagst auch beim Thema UX gehts darum dass man schon früh sieht was sind denn die Nutzerbedürfnisse?

00:06:13: Oder welchen Strukturen denken die oder welche Funktionalitäten brauchen sie?

00:06:22: Theoretisch kann man ganz, ganz früh anfangen.

00:06:24: Manche Innovationenprozesse fangen tatsächlich mit einer Grundlagenstudie an wo man sich das Feld überhaupt noch mal erschließt.

00:06:32: Da kann man dann sogar auch eine Primärforschung, Sekundärfassung miteinander kombinieren.

00:06:35: wenn man es groß denkt und dann glaube ich ist es auch wichtig dass da hängt natürlich auch wieder sehr davon ab was man macht aber dass man auf einem sauberen Insight aufbaut Das ist ja immer so.

00:06:46: Ist das, was wir da adressieren?

00:06:48: Ist es ein echter Neat bei unseren Usern und Kunden und Kundinnen.

00:06:53: Und ist die Lösung, die wir anbieten, ist das eine, die geeignet ist, egal wie sie jetzt im Detail in der UX ausgestaltet ist, geeignet sind diesen Neat vernünftig zu bedienen.

00:07:05: Manchmal ist das total trivial und klar bei anderen Projekten aber nicht.

00:07:11: Dann kommen halt alle möglichen anderen... Möglichkeiten ins Spiel.

00:07:15: Die Sache ist ja, dass man in verschiedenen Iterationsstufen des Produkts oder des Konzepts denken kann.

00:07:24: Das heißt, man kann anfangen mit einer Art ... je nachdem was man macht, Werbal-Konzeptest oder Konzepttest und dann kann man halt über Wireframes wenn man das machen möchte oder irgendwelche Mockups die man hat testen Prototypen testen, die erstmal in so ein Prototyping-Tool programmiert sind.

00:07:44: Dann kann man später eine Beta-Version testen und so das.

00:07:49: idealerweise ist sowas ein iterativer Prozess wo die einzelnen Prozessschleifen dann auch relativ schnell gehen.

00:07:56: Das finde ich auch noch was Faszinierendes bei UX.

00:08:00: Zumindest wenn man es zum ersten Mal hört, ist das ja ein großer Unterschied zu sonstiger Forschung und auch qualitativer Forschung dass die solide Basis, die Fallzahl, die man braucht um an Erkenntnisse zu kommen.

00:08:11: Dass das eine andere ist.

00:08:13: und du...

00:08:14: Wo vorne sprecht ihr?

00:08:16: In gleich acht

00:08:17: oder noch?

00:08:17: Nee, in gleich fünf bis sechs.

00:08:19: Und das ist so diese klassische Zahl.

00:08:21: aus dieser auch schon ewig alten aber ich denke immer noch gültigen Nielsen-Studie ergibt Metaanalyse, die mal gezeigt hat, wenn man einfach nur die Anzahl der identifizierten Probleme zählt Dass man dann sieht, dass es einen Knick in der Verteilung gibt und wenn ich mehr als sechs Personen einladen und acht oder zehn oder zwölf wird's kaum mehr an identifizierten Problemen.

00:08:48: Das heißt mit fünf oder sechs kriegt man so achtzig bis neunzig Prozent der Probleme identifiziert und in der Iterationslogik bedeutet das so die müssen wir jetzt da wissen war, dass wir die anpacken müssen weil das ist bei UX halt sozusagen.

00:09:01: Der Anspruch ist so ein Hundertprozentanspruch.

00:09:04: Alle sollen smooth durch das Interface durchkommen und sobald wir irgendwo einen Signal bekommen, dass man da hängen bleiben kann, liegt es nicht am User der sich blöd angestellt hat sondern unser Interface muss stabiler und nutzerfreundlicher werden.

00:09:16: also müssen wir hier was machen.

00:09:18: Das hat man dann im Sack sozusagen.

00:09:20: Das muss man sich noch nicht nur zwei drei vier mal vorführen lassen um dann festzustellen irgendwie die Größe des Problems abzuschätzen oder das Ausmaß des Problemes, oder die genauen psychologischen Bedingungen oder so.

00:09:32: Praktischer es ist fixen und dann in der nächsten Runde gucken ob der Fix funktioniert hat.

00:09:37: Das

00:09:38: klingt jetzt sehr nach Usability.

00:09:40: Schwachstellen ausmerzen?

00:09:43: Es ist ein wesentlicher Aspekt von dem Ganzen und insbesondere natürlich in diesen Interviews.

00:09:50: auf der anderen Seite heißt es ja nicht wenn man das eine macht dass man das andere nicht macht.

00:09:54: Gleichzeitig muss man natürlich sehen, UX ist User.

00:09:58: Experience bedeutet mehr als Usability.

00:10:03: Also nicht nur dass man irgendwie einfach vernünftig durchklickt sondern auch das man wie soll ich sagen die Emotionen die das Ganze begleitet.

00:10:10: Idealerweise erzeugt es a joy of use, dass man um viel Spaß hat dadurch durchzukommen.

00:10:17: egal was es ist kann auch ein einfacher Anmeldeprozesse oder so können Erfreulicher gestaltet werden oder mühsamer gestaltet

00:10:27: sein.

00:10:28: Genau, das ist natürlich jetzt Joy of Use.

00:10:30: nicht so dass man da Konfetti regnen hat im Kopf aber dass man irgendwie das Gefühl auch hier komme ich einfach durch.

00:10:37: Das ist schön angenehm und natürlich auch Passung zur Marke spielt natürlich auch eine Rolle, dass bestimmte Prozesse zwar vielleicht irgendwie gut funktionieren können, aber man sagt nee, das passt jetzt irgendwie nicht zum Gesamtkontext zu Markenkontext zum Produktkontakt zu meiner Erwartung als Kunde an ein Premium Service zum Beispiel.

00:10:56: Das kann man so machen, aber es ist nicht das was ich von der Marke erwarte bei meinem Produkt.

00:11:03: Wenn ich an meine UX-Tests in der letzten Zeit denke, haben wir öfter verschiedene Zielgruppen.

00:11:08: Die wir extra berücksichtigen mussten ob alle nicht und da ging es gar nicht unbedingt um Probleme in der Usability sondern eher um Inhalte.

00:11:18: Ob die mit den Inhalten klarkommen oder sie für ihre eigene Zielgruppe die richtigen Inhalter finden?

00:11:23: Und wie Sie reagieren würden.

00:11:26: also das war schon noch so.

00:11:28: ein Schritt mehr auch.

00:11:29: was kann die Webseite zum Beispiel aktivieren?

00:11:33: Und insofern meintest man, muss man usability einfach wirklich größer denken im Sinne von user experience und dann werden auch die Fallzahlen bei uns meint es mal größer durch so was.

00:11:44: Ja oder die Methode wird ergänzt.

00:11:46: da ist dann mit verschiedenen Zielgruppen ist halt die Frage ich kenne das auch dass man dann so screener hat wo man drin stehen hat wir brauchen jetzt noch eine ältere Dame in einem mehr Generationenhaus wohnt, in ländlicher Gegend.

00:11:58: Und dann arbeitet man irgendwie so ein bisschen auf dieser Endgleicheinsbasis und macht was, was irgendwie so n bisschen unscharf ist.

00:12:06: Also idealerweise wird ich da eigentlich eher sagen sozusagen wenn ich wirklich Zielgruppen Unterschiede qualitativ erfassen will, dann muss ich halt den Weg gehen und die Fallzahl also in Zellen denken und entsprechend verdoppeln.

00:12:18: Da muss ich zwei mal fünf nehmen ... damit ich sozusagen die Idee, damit es valide ist und das nicht nur... tatsächlich durch Gruppenunterschiede geprägt ist.

00:12:29: Nicht durch individuelle Unterschiede.

00:12:31: Und das andere ist man kann das Ganze ergänzen um quantitative Methoden.

00:12:35: Was sind denn eure klassischen

00:12:38: Methoden bei User Experience?

00:12:40: Das klassisch kann man da auch wieder nicht sagen weil es halt an verschiedenen Stellen gemacht werden muss.

00:12:45: Bei User Experience kommt natürlich sowas wie eine In-App oder eine On-Site Befragung sehr schnell in Frage zu einem etwas späteren Zeitpunkt oder bei einem Produkt oder eine App, die schon existiert und verbessert werden soll.

00:13:02: Das ist ja auch ein typischer Anwendungsfall.

00:13:05: Es wird nicht immer nur was neu erfunden, sondern es wäre existierende Dinge weiterentwickelt.

00:13:10: Da kann man natürlich gut dann mit On-Site In-App Befragungen arbeiten oder einfach über den Panel gehen.

00:13:19: Man hat die Möglichkeit, User-Segmentierung anzufertigen und Segmentierungsstudie zu machen.

00:13:27: Und wenn man einen Typingtool hat kann man später mit den Segmenten arbeiten und kann die dann im späteren Verlauf auch für UX-Tests einladen und sagen jetzt segment vorsichtig... Die naiven identifiziert oder segment die Premium user identifiziert oder was auch immer.

00:13:43: Jetzt laden wir die mal ein, haben Fragebogen mit dem wir das machen können und haben den sauber konstruiert.

00:13:49: Also es gibt halt viele verschiedene Kombinationen.

00:13:53: Aber der Kern ist weiterhin der klassische eins zu eins User Experience Test?

00:13:58: Ich finde den wichtiges Element, ich weiß gar nicht ob ich das irgendwie als Kern sehen würde aber ja, ich find das nach wie vor ein wichtiges sehr gutes Element und natürlich gibt's auch andere Möglichkeiten mittlerweile.

00:14:07: also hat sich natürlich viel geändert.

00:14:09: Es hat

00:14:09: sich total viel getan

00:14:11: Ja und eigentlich bei UX ähnlich würde ich sagen in anderen Bereichen der Marktworschung.

00:14:20: Also ein wichtiges Ding ist, dass jetzt heutzutage digital einfach das Primat hat.

00:14:26: An erster Stelle steht also wenn man über Tests nachdenkt egal welcher Art denkt man erst mal an Remote?

00:14:32: Überlegt dich dann in dem zweiten Schritt wollen wir es nicht vielleicht doch im Studio machen?

00:14:35: da gibt's für UX natürlich auch ganz gute Gründe das zu tun.

00:14:41: Ja, wenn ich irgendeine Art von Interface habe was sich nicht gut simulieren kann in der Situation Über das Interview mit dem Handy oder über das Interview, mit einem Desktop-Bildschirm.

00:14:52: Beispielsweise ich habe eine Streaming TV App und irgendwas passiert auf dem Smart TV und das muss mit der Fernbedienung bedient werden.

00:14:59: Da laden wir die Leute natürlich nach entweder nach wie vor zu uns ins Studio ein und kreieren dann da so ne Grundzimmeratmosphäre mit Palmen neben dem Fernseher und nem netten Sessel wo man sich hinsetzen kann.

00:15:10: Es gibt aber auch andere Situationen, wo es um die Handhabung mit bestimmten Gegenständen geht.

00:15:22: Stück digitale Hardware haben, die im Wohnzimmerstart findet und ins WLAN integriert und installiert werden muss.

00:15:31: Da kann es interessant sein zu den Leuten nach Hause zu fahren und zu gucken ja wo stellst du das denn jetzt hin?

00:15:36: Und wenn's ein Kabel braucht wie legste das Kabel denn?

00:15:38: Wo legst Du das denn hin?

00:15:39: Wie lang muss ich das denn sein und dann mal zu erleben und zu sehen wie sehr das kabel stört oder nicht oder wie sehr der Gegenstand stört?

00:15:49: Solche Dinge können natürlich auch eine Rolle spielen.

00:15:52: Macht ihr oft Inhomes?

00:15:54: Also ich bin sehr faszinierend, aber

00:15:58: aufwendig.

00:15:58: deswegen... Genau jetzt ist es sehr, sehr aufwändig und so dass wir uns sehr genau überlegen wann wir das machen.

00:16:03: weil das ist ein Trade-off lohnt sich's braucht man es unbedingt oder kann man es nicht vielleicht auch anders machen und verliert dann gar nicht so viel an der Stelle?

00:16:13: also Wer

00:16:15: z.B.,

00:16:15: was ich nicht besonders früh im Prozess unbedingt machen würde, wenn ich mir noch sozusagen den Gegenstandsbereich erschließe, dann würde ich sagen lieber erst mal nicht das Pulver verschießen an der Stelle sondern lieber erstmal einen sehr guten Prototypen erstellen auf Basis von auch evidenzbasierten Erkenntnissen und dann mit dem besten Prototyp zu den Leuten nach Hause fahren und dann mal gucken wie der sich da schlägt.

00:16:38: Das wäre so eher die Idee.

00:16:40: Alternative kann aber auch so was sein.

00:16:41: wie also wenn man beispielsweise eine User Experience im Alltags Kontext untersuchen möchte, dass man sowas macht wie WhatsApp-Tagebücher oder so.

00:16:54: Also die Leute begleitend zu der Nutzung von einem Produkt untersucht?

00:16:58: hatten wir beispielsweise mal ein smartes Fahrradschloss und das kann unheimlich schlecht so OneShot UX-mäßig untersuchen ... ist ja auch so ein bisschen die Frage, wie schlägt es sich im Alltag?

00:17:11: Wenn ich jetzt wirklich damit zur Arbeit fahre.

00:17:13: Wenn nicht mein Fahrrad in der Fußgängerzone abstelle... Wie schnell geht's anstatt?

00:17:18: Funktioniert es immer oder irgendwie am dritten Tag funktioniert es dann nicht mehr und so weiter und sofort?

00:17:23: Oder auf einfach echt die Schnelligkeit!

00:17:25: Ich denke manchmal so oh jetzt mit dem Fahrrad zu fahren, das dauert so lange es abzuschließen.

00:17:30: Genau!

00:17:31: Es ist schneller, es ist langsamer und sozusagen am ersten Tag ist es irgendwie noch neu und faszinierend.

00:17:35: Da kriegt man vielleicht gute Bewertungen aber vielleicht Da hat man nach einer Woche erst gemerkt, was daran nervt.

00:17:41: Wenn man es drei oder vier Mal erlebt hat... Das war halt auch eine Situation wo wir dann gesagt haben ja, dann gehen wir den Leuten das Schloss bzw.

00:17:47: das Fahrrad mit dem Schloss mit nach Hause und machen das mit so einem WhatsApp-Tagebuch in einem abschließenden Interview um noch mal irgendwie nah ran zu kommen und nochmal Nachfragen zu können.

00:17:57: aber das konnte dann vergleichsweise kurz sein, das Interview uns sehr fokussiert weil wir natürlich vorher in jedem Einzelfall wussten was los war und eben nur nochmal genau nachfragen mussten.

00:18:08: Aber wenn ich das jetzt mal mitnehme, habe ich den Eindruck, wenn es um klassische Apps geht.

00:18:14: Klassische Websites im Sinne von... Das waren auch schon früher die typischen Usability-Tests.

00:18:20: Da macht ihr noch eher das klassische UX-Interview und ... Wenn es um Hardware geht, um neuere Anwendungen kann man auch über andere Testsverfahren nachdenken?

00:18:35: Ja, also im erster Fall braucht man es nicht.

00:18:39: Natürlich kann man drüber nachdenken natürlich haben wir das auch schon gemacht und natürlich gibt's auch faszinierende neue Möglichkeiten.

00:18:45: Stichwort KI können jetzt auch wahnsinnig viel darüber reden.

00:18:48: Bitte!

00:18:49: Wie setzt ihr denn KI gerade ein?

00:18:53: Überall und sozusagen mit sehr unterschiedlichem Erfolg.

00:18:58: Wir probieren es an vielen Stellen wie glaube ich viele weil Ja, faszinierende Perspektiven bietet und gibt Stellen wo es so richtig gut angekommen ist wird ich sagen also beispielsweise die Transkription von Mitschnitten.

00:19:18: das war früher immer ein Zeit- und Kostenaufwand den man sich dann irgendwann mal gespart hat.

00:19:22: Jetzt ist es einen Knopfdruck.

00:19:23: die Transcription sind mittlerweile sehr, sehr gut.

00:19:26: Also da muss man nicht mehr viel raten was gemeint ist natürlich nicht perfekt aber Da kann man dann super mit weiter arbeiten und dann entsprechend mit der KI auch drin suchen.

00:19:38: Und so, und dann hat das aber dann gewisse Grenzen auch, ne?

00:19:40: Dann fängt die an zu hallucinieren und findet bestimmte Dinge nicht oder versteht einen Kontext zu trivialen und so.

00:19:45: also wenn es in Richtung Verständnis und auch in Richtung ja Validität und Genauigkeit gibt muss man da irgendwie mal gucken.

00:19:55: Aber das zum Beispiel oder Übersetzung ist dasselbe, ne Wenn viele internationale Projekte Und ob ich jetzt irgendwie einen Report oder ein Fragebogen auf Englisch oder auf Deutsch mache, das ist sehr viel einfacher geworden.

00:20:06: Das zu wechseln.

00:20:08: mehr noch wenn wir in jetzt machen dann auch Untersuchungen in osteuropäischen Ländern.

00:20:13: Da hat man so Sprachen wie polnisch und tschechisch die sehr herausfordernd sind Und die kannst du dann halt auch einfach live mit einem Klick übersetzen und dann hast es in deinem Tool.

00:20:23: Solche Dinge irgendwie sind gut, aber es gibt natürlich auch fancy andere Sachen wie zum Beispiel... Ich glaube in der UX-Welt gar nicht mal so unpopulär weil man damit auf hohe Fallzahlen kommt.

00:20:35: Also automatisiert durchgeführte Interviews.

00:20:37: KI Chatbot oder KI Avatar, die solche Interviews durchführen.

00:20:42: Die faszinierende Möglichkeit da ist natürlich dass man sehr schnell auf sehr große Fallzahlen kommen kann.

00:20:47: Habt ihr da schon Unterschiede festgestellt in den Ergebnissen zu face-to-face durchgeführten Interviews?

00:20:54: Ja, also erst mal der Aufwand ist ganz schön groß auf der KI Seite um es dann am Ende doch sauber zu kriegen sowohl beim Setup als auch bei der Datenanalyse.

00:21:02: Dann als auch über die Dateninterpretation.

00:21:04: das ist halt leider nicht so dass man irgendwie mit einem Schnips was Perfektes hat.

00:21:09: Dann hat man natürlich immer noch ein Stück Unsicherheit drin und man hat immer wieder auch so stellen wollen Wenn man sich jetzt einzelne Interviews anguckt und denkt, okay da hätt ich aber jetzt anders gefragt.

00:21:18: Und da fehlt jetzt irgendwie das.

00:21:20: Hier würde ich gerne noch mal nachfragen... Wie leicht

00:21:22: sich das über die Masse aus?

00:21:25: Nicht richtig!

00:21:27: Ich würde sagen es erzeugt ein bisschen das Gefühl von, ich weiß nicht so richtig wie ich dem ganzen trauen kann.

00:21:35: Es ist so das Gegenteil von dem was ich eigentlich am Anfang gesagt habe an diesen UX-Projekten.

00:21:40: so mag ...pokussiert im Team zusammen ganz nah an einer Sache dran kann.

00:21:47: Sehr agil, sehr gezielt vorgehen... auch sehr gezielt beispielsweise den Testgegenstand von einer Testrunde auf die nächste Verbesserung und solche Dinge also bei einem KI-Studie.

00:21:58: ich programmier irgendwas mit einem großen Aufwand dann schießt es los und dann geht's los.

00:22:04: Die Interviews laufen ja sequenziell.

00:22:06: wenn ich mir erst ein Interview gelernt habe wo ich sage okay das war irgendwie das war Mist.

00:22:09: jetzt für welchen Gründen auch immer Kennst du vielleicht auch, kennt vielleicht auch jeder.

00:22:14: Also so ein erstes Interview erste Fokusgruppe ist in so einem Projekt irgendwie auch immer ein bisschen wie erster Pfannkuchen.

00:22:20: man weiß nicht so genau ob es... also ne und wenn man den ersten aber gemacht hat weißt mal wie die Pfanne ist, wie der Teig gerade ist und ab da läuft's.

00:22:29: Und dieses Nachsteuern ist gut aber betrifft auch den Testgegenstand.

00:22:33: Wenn man irgendwie sieht okay das stolpern alle Leute drüber Haben wir jetzt schon zum zweiten Mal gesehen, wir haben noch vier Interviews.

00:22:39: Wenn man Glück hat, hat man den Programmierer da sitzen und er sagt Moment ich emm das mal kurz und jetzt machen wir anders weiter all diese Dinge.

00:22:47: Das hat man irgendwie alles nicht.

00:22:50: aus meiner Sicht ist man doch relativ weit entfernt da und aus meiner Sicht ist es ist das noch relativ jung wobei Ich würde nicht ausschließen dass irgendwann das mal möglich sein könnte.

00:23:03: immerhin bastelt man an solchen Möglichkeiten schon seit den neunzehnfünfziger Jahren und sie werden immer besser.

00:23:10: Und ChatGPT ist mittlerweile sehr, sehr beeindruckend geworden und alles das was dann in der Folge mit LLMMs gekommen ist.

00:23:20: also ja

00:23:22: als ich damals UX-Test gemacht habe war auch viel Eye Tracking noch.

00:23:30: Ist das immer

00:23:31: noch ein Thema

00:23:31: oder ist es gar nicht mehr so relevant beim Thema User Experience?

00:23:35: Ja, ich weiß nicht so ganz genau.

00:23:37: Vielleicht hab' ich oder wir... ja auch ich glaube auch unsere Firma dann Wir haben eine einigermaßen klare Meinung zu und die ist vielleicht nicht ganz.

00:23:47: Also da gibt's auch andere die andere Meinungen haben.

00:23:50: Ich finde die Technik sehr faszinierend Dass dass das immer besser funktioniert Und jetzt auch KI unterstützt mobil funktioniert und so ähnlich auch wie bei Gehirnscans.

00:24:05: Und die Ergebnisse sind natürlich auch beeindruckend.

00:24:07: oder früher, wie wir RTR real-time diese Echtzeitmessungen beim bei den bei der Medien Fernseh Rezeption gemacht haben.

00:24:17: Man kriegt halt Kurven und Bilder und das ist alles sehr anschaulich aber mit

00:24:22: Blickverläufe.

00:24:23: Genau genau und man hat also irgendwie man hat das Gefühl da spricht eine echte Evidenz zu mir.

00:24:29: Aber wenn man sich das erstens genauer anguckt, ist es oft so dass man denkt okay das würde ich auch ohne wissen.

00:24:36: Es ist relativ aufwendig.

00:24:38: und jetzt speziell bei Eye Tracking und Usability würde ich einfach grundsätzlich mir die Frage stellen brauche ich das?

00:24:45: Was ist der Vorteil von eye tracking gegenüber einer anderen Methode.

00:24:49: Der Vorteil ist, dass sich sehr schnelle unbewusste Orientierungsreaktionen in der Wahrnehmung aufzeichnen kann.

00:24:55: Die ich ansonsten nicht mitbekomme weil sie vorbei sind oder überformt sind von sozialer Erwünschtheit oder Zuschreibungsprozessen die man selber vornimmt oder schlicht und ergreifend blinden Flecken.

00:25:06: Das ist mir völlig klar, dass man das braucht beispielsweise bei der Wahrnehmung von Out-of-Home-Werbemitteln.

00:25:12: Also wenn man an Plakate denkt oder Anzeigenmotive oder so... Die müssen sofort kommunikativ funktionieren.

00:25:17: und wenn ich da irgendwie die Leute erst mal vorsetze und dann frage erzählen wir doch mal was siehst du hier?

00:25:23: Dann sage ich vielleicht nicht als erstes gucke ich mal auf den kurzen Rock oder als erst kucke ich auf das Auto oder als er so ne oder was auch immer oder Sie wissen es nicht was auch Und auch ich das, wenn ich eine Website habe oder eine App habe und die Leute sollen sich da anmelden.

00:25:42: Also muss ich da sehen was in der ersten Millisekunde passiert?

00:25:46: Ich sehe doch wie schnell ihr irgendwie ihren Mauszeiger, ihre Finger bewegen.

00:25:49: Ich seh wie schnell sie irgendwo draufklicken und Sie können auch Valier Auskunft drüber geben und es wird aus dem Kontext sofort klar, wie viel Orientierung Sie an dieser Stelle haben, die Testpersonen.

00:26:01: Ich weiß also gar nicht, ob ich sozusagen diesen Aufwand an dieser Stelle brauche und dann verbunden mit den anderen Fragezeichen die es gibt nämlich mindestens mal dem Aufwand.

00:26:12: Und dann aber natürlich auch immer auch das Fragezeich ist jetzt wirklich valide oder sieht nur valide aus?

00:26:16: Was habe ich denn da in echt gemessen?

00:26:19: Das ist ja schon ziemlich zu festigated Aufwand, den man da technisch betreibt.

00:26:26: so aus dieser Perspektive.

00:26:29: Genau, lieber bei anderen.

00:26:30: Wir machen das Anzeigenmotiv-Tests immer noch und da ist es natürlich total wichtig, gar keine Frage.

00:26:39: Da würde ich dann nicht darauf verzichten wollen.

00:26:42: aber im Bereich von Website oder App UX hätte ich da echt... Sehen wir nicht das große Plus?

00:26:53: Andere sehen das vielleicht anders

00:26:56: Ich verstehe das.

00:26:57: Aber andere sehen es vielleicht anders, finde ich auch voll fair wie am Frühjahr auch viel gemacht und irgendwann auch wegen des Aufwands immer stärker reduzieren.

00:27:07: Angesichts der Zeit Tilo ein Spielsport.

00:27:10: wir sind schon soweit.

00:27:12: was hältst du davon einmal zu sagen?

00:27:15: Wie du dir den idealen Forschungsprozess bei Innovationen vorstellst um User Experience ausreichend zu berücksichtigen?

00:27:23: mach mal Werbung

00:27:28: Denkt früh an den Nutzer oder die Nutzerin und eine user-zentrierte Entwicklung eures Produkts, deurer Dienstleistung was auch immer das ist.

00:27:39: Und denkt da UX als integralen Bestandteil mit idealer Weise.

00:27:48: überlegt euch ein Vorgehen was aus mehreren Modulen besteht, wo man einen Prozess wirklich begleiten kann und idealerweise sprecht früh mit einer Agentur die euch beraten kann wie man so ein Forschungsprozess gut gestalten kann.

00:28:10: Das ist also... Ja das wäre

00:28:14: cool!

00:28:15: Ich möchte noch ergänzen macht ihr nicht nur damit eure Innovation einfach besser wird, sondern damit ihr auch ein Erlebnis habt und etwas lernt, etwas mitnehmt.

00:28:27: Und ganz nah wirklich an den Nutzern seid und die versteht.

00:28:32: Genau.

00:28:32: Glaubt nicht dass ihr schon alles wisst!

00:28:34: Auch wenn es sich vielleicht so anfühlt könnte man auch sagen klingt jetzt vielleicht aber ein bisschen provokativ.

00:28:39: für einen Schlusswort.

00:28:40: Vielleicht eher umgekehrt Freut euch auf erkenntnisreiche Überraschungen, die euch weiterbringen können.

00:28:48: So wäre es vielleicht die schönere Formulierung, wenn ihr an UX denkt und schöpft aus dieser Freude.

00:28:57: Das war ein sehr schönes Schlusswort!

00:28:59: Ich danke dir sehr herzlich, dass du heute mit dabei warst und mir Rede und Antwort gestanden hast.

00:29:05: Danke dir und danke für die Einladung.

00:29:08: Sehr gerne bald wieder, wenn's Neuigkeiten gibt.

00:29:10: melde dich einfach Und schön, dass ihr dabei wart und bleibt neugierig.

00:29:16: Dann einen schönen Tag allen!

00:29:18: Tschüss!

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